Die Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz, die Gesundheitsberufe seien „Nutznießer“ des Gesundheits-wesens, sorgt auch bei den bayerischen Zahnärztinnen und Zahnärzten für Unverständnis. Doch wie sieht die Situation in den Zahnarztpraxen aus? Der FVDZ Bayern fragt nach!
Mit einer Online-Umfrage soll ein aktuelles Stimmungsbild darüber entstehen, wo es im Praxisalltag tatsächlich klemmt, welche Belastungen zunehmen und welche Rahmenbedingungen sich dringend verändern müssen.
„Wenn Gesundheitsberufe pauschal als Nutznießer dargestellt werden, lohnt sich ein Blick auf die Realität vor Ort“, sagt Dr. Christian Deffner, Landesvorsitzender des FVDZ Bayern. Vor dem Hintergrund der anstehenden ZBV- und Kammerwahlen in Bayern will der FVDZ Bayern vor der neuen vierjährigen Amtsperiode ein Stimmungsbild einfangen und fragt die Zahnärztinnen und Zahnärzte direkt: Was läuft gut? Was belastet? Und was muss sich ändern, damit Zahnmedizin auch künftig flächendeckend und auf hohem Niveau angeboten werden.
Die Herausforderungen in den Zahnarztpraxen sind vielfältig. Neben der eigentlichen Behandlung von Patientinnen und Patienten prägen zunehmend administrative Aufgaben und bürokratische Anforderungen den Arbeitsalltag. Gleichzeitig stehen viele Praxen vor der Herausforderung, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden und langfristig zu halten. Hinzu kommen steigende Kosten für Personal, Energie, Materialien und Praxisbetrieb sowie wachsende Anforde-rungen an Digitalisierung, Dokumentation, Hygiene und Organisation.
Die Umfrage soll deshalb unter anderem Antworten auf folgende Fragen liefern: Welche Themen belasten die Praxen aktuell besonders? Welche Auswirkungen haben gesetzliche und regulatorische Vorgaben? Und was wünschen sich die Zahnärztinnen und Zahnärzte darüber hinaus?
Die Umfrage versteht sich als Realitätscheck aus den Praxen. Denn zwischen politischen Aussagen über das Gesund-heitswesen und dem tatsächlichen Alltag einer Zahnarztpraxis liegen mitunter Welten. „Wer von Nutznießern spricht, soll-te auch bereit sein, sich anzuschauen, was in den Praxen tatsächlich passiert“, so Dr. Romana Krapf, stv. Landesvorsit-zende. „Unsere Umfrage soll sichtbar machen, wie die Kolleginnen und Kollegen die Situation erleben. Die Ergebnisse werden wir transparent veröffentlichen und in die Kammerarbeit ab 2027 einbringen.“
Ziel ist es, die Diskussion über die Zukunft der zahnmedizinischen Versorgung auf eine breitere Datengrundlage zu stellen. Denn letztlich geht es nicht allein um die wirtschaftliche Situation einzelner Praxen, sondern um die Frage, unter welchen Bedingungen Zahnärztinnen und Zahnärzte auch künftig eine hochwertige, wohnortnahe Versorgung sicherstellen können.
Jetzt mitmachen
Die Online-Umfrage richtet sich an bayerische Zahnärztinnen und Zahnärzte und ist ab sofort unter
erreichbar.
Die Ergebnisse sollen nach Abschluss der Befragung ausgewertet und öffentlich vorgestellt werden.
Pressekontakt:
Anita Wuttke
TEL. 089/730 69 022
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